Great-Lengths-Gründer David Gold zwischen Neugierde und Kreativität
Von den Anfängen in einem Londoner Friseursalon bis hin zu einem weltweit agierenden Unternehmen – die Erfolgsgeschichte
von Great Lengths ist lang. Doch vor allem zu Beginn galt es zahlreiche Schwierigkeiten zu meistern. David Gold erklärt, wie es ihm gelang, Great Lengths trotz aller Widerstände zum internationalen Marktführer zu machen.
inige der erfolgreichsten Geschäftsideen sind entstanden, weil ihre Erfinder neugierig waren oder die Lösung für ein banales Problem gesucht haben und zufällig noch zur richtigen Zeit am richtigen Ort waren. Auch David Gold, Gründer von Great Lengths, ist es Anfang der 90er-Jahre nicht viel anders ergangen:
Ende 1991 traf er in London in einem Friseursalon auf eine Friseurin, die ihren Kundinnen mit Klebstoff Haare einsetzte, um diese zu verlängern oder zu verdichten.
Das Ergebnis: Die „Haarverlängerung“ hielt nicht lange, die Kundinnen waren unzufrieden und die Friseurin verzweifelt.
David Gold beschloss eine Lösung für ihr Problem zu finden: „Ich komme ursprünglich aus der Textilindustrie. Für Unternehmen wie Adidas, Puma und auch Walt Disney haben wir ein Verfahren entwickelt, um Motive und Designs auf die unterschiedlichsten Kleidungsstücke und Materialien anzubringen – von T-Shirts bis Socken, von Nylon bis Baumwolle. Dazu haben wir uns angeschaut, welche molekulare Struktur der Stoff hat, haben diese Struktur imitiert und konnten so eine haltbare Verbindung zwischen den aufgedruckten Motiven und den Materialien herstellen. Dieses Wissen habe ich bei der Entwicklung einer Verbindung zwischen dem Haar der Kundin und dem Fremdhaar genutzt – das Keratin unserer Bondings gleicht dem des menschlichen Haars.
Das ist die Basis für eine absolut sichere und schonende Verbindung“, erzählt David Gold. So entstand Great Lengths.

Zu diesem Zeitpunkt hatte David Gold noch keine Vorstellung,
wie rasant sich daraus eine ganze Branche entwickeln würde.
Jedoch galt es bis dahin noch einige Hürden zu überwinden.
„Die Bondings waren super, aber wir stellten schnell fest, dass die Qualität der Haare verbesserungswürdig war. Indisches Tempelhaar war die Lösung und bis heute profitieren alle Beteiligten von der steigenden Nachfrage: erstens die Tempel und die Menschen, die in deren Umgebung wohnen, weil über zwei Drittel der Einnahmen für die lokale Infrastruktur verwendet
werden. Zweitens die Partnersalons, weil wir ihnen eine fantastische Qualität garantieren, sie sich daher voll auf ihre kreative Arbeit konzentrieren können und natürlich auch einen zusätzlichen Umsatz erzielen. Und drittens die Kundinnen, weil sie den Salon mit einem guten Gefühl und ihrer Wunschfrisur verlassen“, beschreibt David Gold die Situation.
Bevor Great Lengths das Tempelhaar für seine Extensions erwarb, wurden die abgeschnittenen Zöpfe von der Automobilindustrie in Ölfiltern verwendet. Auch die Füllung von Matratzen für die arme Bevölkerung erfolgte mit den Haaren. Damals erhielten die Tempel und damit auch die benachbarte Bevölkerung einen Bruchteil dessen, was sie heute mit dem Verkauf von Extensions verdienen.